Jochen Mai, Daniel Rettig – Ich denke, also spinn ich

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»Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist«, sagte der deutsche Publizist Kurt Tucholsky, »er will die Welt gut haben, aber sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Gute an.« Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  4758-4759

Wenn jeder nur an sich denkt, ist an alle gedacht; wenn jeder seinen Eigennutzen maximiert, dann wächst auch der gesellschaftliche Wohlstand. Es ist die Metapher von der »unsichtbaren Hand«, Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  4864-4865

»Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig«, sinnierte schon der britische Premierminister Winston Churchill. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5076-5077

Und von Johann Wolfgang von Goethe stammt der kluge Satz: »Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.« Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5077-5078

»Eine Erfolgsformel kann ich dir nicht geben. Aber ich kann dir sagen, was zum Misserfolg führt – der Versuch jedem gerecht zu werden.« Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5100-5101

»Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziele kommt.« Johann Wolfgang von Goethe Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5247-5248

»Wenn du nicht wächst, wirst du kleiner.« Jüdisches Sprichwort Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5248-5249

»Lebenskunst ist, Problemen nicht auszuweichen, sondern daran zu wachsen.« Anaximander von Milet   »Aus den Leidenschaften wachsen die Meinungen; die Trägheit des Geistes lässt diese zu Überzeugungen erstarren.« Friedrich Nietzsche   »Die Grenzen des Wachstums werden allein durch die Phantasie gesteckt.« Günter Wille   »Je mehr du gibst, umso mehr wächst du. Es muss aber einer da sein, der empfangen kann.« Antoine de Saint Exupéry   »Es kommt nicht auf das an, was die Natur aus dem Menschen, sondern was dieser aus sich selbst macht.« Immanuel Kant Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5250-5260

»Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.« Theodor Heuss Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. bei  5260-5261

wie es Arthur Schopenhauer einmal auf den Punkt brachte: »Der Mensch ist frei zu tun, was immer er will. Aber er ist nicht frei darin, zu wählen, was er will.« Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 245-246

Er wiederum geht davon aus, dass vier Grundbedürfnisse das menschliche Handeln steuern: der Wunsch, etwas zu besitzen, sich zu binden, Errungenes zu verteidigen, und – das Bedürfnis, die Welt um uns herum zu verstehen. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 247-249

Die Menschen verhielten sich wie die drei Affen Mizaru, Kikazaru und Iwazaru: nichts hören, nichts sehen, nichts tun Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 305-306

Bystander-Effekt, auch Zuschauer-Effekt oder Genovese-Syndrom genannt. Kurz gesagt bedeutet er: Bei jedem Notfall nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass einem geholfen wird, mit steigender Anzahl der Umstehenden ab. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 318-320

»Eine Träne ist die Sprache der Seele und die Stimme des Gefühls«, säuselte der italienische Dichter Filippo Pananti im 18. Jahrhundert. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 833-834

»Je zufriedener jemand mit seinem Leben ist, desto empathischer ist er«, Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 895-895

»Eigentlich bin ich ganz anders – ich komm bloß so selten dazu.« Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 1357-1358

Schon der französische Philosoph Jean-Paul Sartre wusste: Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 1379-1380

Welche Person dabei die heimliche Hauptrolle spielt, ist gar nicht mal entscheidend. Viel mächtiger wirkt auf die Beteiligten das, was Psychologen den Romeo-und-Julia-Effekt nennen: Ausgerechnet das, was wir nicht haben können, wollen wir umso mehr. Oder wie der Volksmund sagt: Nebenan ist das Gras immer viel grüner. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 1472-1474

Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.« John Ruskin, englischer Sozialphilosoph Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 1657-1659

Übrigens ist das ein klassischer Fall von kognitiver Dissonanz – von virtuellen Verlustgefühlen. Oder wie wir Ökonomen sagen würden: Je knapper das Gut, desto höher bewerten wir es. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 1776-1777

»Das Glas ist doppelt so groß, wie es sein müsste.« Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 1799-1799

Wir belohnen uns mit falschem Feedback über die eigene Brillanz, um die tatsächliche Kausalität leichter zu begreifen. Ein klassischer Selbstbetrug, jedoch mit bester Absicht. Wie weitere Nachforschungen ergaben, hat die Persönlichkeit der Betroffenen ebenfalls großen Einfluss auf diese Form der Selbsttäuschung. Erwartungsgemäß behaupten Menschen, die einen starken Hang zur Selbstdarstellung haben, deutlich öfter als andere, die richtige Antwort vorher gewusst zu haben. Am stärksten aber zeigt sich der Rückschaufehler bei jenen, die zu einer Art Dogmatismus neigen – also Menschen mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Sicherheit und einer geordneten, vorhersehbaren Welt. Dass Letzteres jedoch gar nicht so erstrebenswert ist, wie es vielleicht scheint, zeigt sich allerdings leider auch erst in der Rückschau. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 2889-2895

Schon in der Bibel warnt der Apostel Paulus: »Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst.« Zweitausend Jahre später haben Psychologen dieser Erkenntnis einen Namen gegeben: Confirmation-Bias. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 3274-3276

Tagtäglich nehmen die meisten von uns nur solche Informationen auf, die in ihr Weltbild passen. Der Rest wird einfach ausgeblendet. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 3281-3282

Unsere »objektive Wahrheit« stützen wir vor allem auf persönliche Eindrücke und Erfahrungen, die sich nicht so einfach wegdiskutieren lassen. Kurz: Wir prüfen Informationen auf ihre Richtigkeit – aber nicht, ob sie vielleicht auch falsch sind. Jochen Mai, Daniel Rettig, Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen, loc. 3284-3286

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

BYSTANDER-EFFEKT

Die Wahrscheinlichkeit, dass einem geholfen wird, nimmt mit steigender Anzahl der Umstehenden ab.

PELTZMAN-EFFEKT

Technischer Fortschritt und vermehrte Sicherheitsvorschriften sorgen nicht für weniger Unfälle, sondern für mehr, denn sie führen zu einem riskanteren Fahrstil, weil sie den Fahrer in Sicherheit wiegen.

PENDLER-AMNESIE

Wer jeden Tag anderthalb Stunden pendelt, verliert pro Woche einen ganzen Arbeitstag aus dem Bewusstsein.

GUMMIBAND-EFFEKT

Wer zu rasant versucht, am Wochenende oder im Urlaub zu entspannen, bekommt genauso prompt die Quittung: Konzentrationsausfälle, Kopfschmerzen, Erkältung.

FERIEN-EFFEKT

Zu langer Urlaub macht doof. Nach nur drei Wochen Nichtstun sinkt der Intelligenzquotient eines Erwachsenen um 20 Punkte.

COCKTAILPARTY-EFFEKT

Selbst wenn der Lärm um uns herum groß ist: auf die Stimme unseres Gesprächspartners können wir uns trotzdem konzentrieren.

GÄHN-EFFEKT

Gähnen ist weniger Ausdruck von Müdigkeit, sondern eher eine Art Kühlprozess fürs Hirn. Mitgegähnt wird hingegen vor allem aus sozialer Verbundenheit.

BARNUM-EFFEKT

Menschen neigen dazu, allgemeingültige Aussagen auf sich zu beziehen und im Heuhaufen der Binsen nach der Nadel ihrer eigenen Charaktereigenschaften zu suchen. Deshalb glauben auch so viele an Horoskope.

WALKMAN-EFFEKT

Der Reiz daran, in der Öffentlichkeit Musik über Kopfhörer zu hören, liegt in purer Geheimniskrämerei – auf dramaturgisch hohem Niveau.

DALAI-LAMA-EFFEKT

Länder, die das tibetische Oberhaupt einladen, müssen mit einem Außenhandelsrückgang von 13 Prozent rechnen – jedoch nur für zwei Jahre.

GORE-EFFEKT

Überall, wo der Nobelpreisträger Al Gore auftaucht, um vor der Klimaerwärmung zu warnen, stürzen die Temperaturen in den Keller.

ÜBERRASCHUNGS-EFFEKT

Sosehr sich der Mensch auch bemüht, mit dem Unberechenbaren zu rechnen – es kommt bisweilen anders. Manchmal sogar besser, als man denkt”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

KATHARSIS-EFFEKT

Wir weinen, um unsere Seele von Ballast zu befreien – und stärken damit zugleich zwischenmenschliche Bindungen.

FEEL-GOOD-DO-GOOD-PHÄNOMEN

Je zufriedener jemand mit seinem Leben ist, desto empathischer ist er – und desto hilfsbereiter.

LÄCHELMASKEN-SYNDROM

Wer es mit dem Lächeln übertreibt, riskiert Depressionen.

MACBETH-EFFEKT

Mit Seife lassen sich Entscheidungszweifel und Rechtfertigungsdrang wegspülen.

IMPOSTOR-SYNDROM

Trotz bestandener Prüfung glauben manche an ihr Unvermögen und schreiben den Erfolg lieber Glück und Beziehungen zu.

SPOTLIGHT-EFFEKT

Die Anwesenheit anderer Menschen macht Missgeschicke doppelt so peinlich. Dabei nehmen die in Wahrheit kaum davon Notiz.

PRATFALL-EFFEKT

Die Sympathien für eine als kompetent eingestufte Person steigen, wenn diese ab und an in einen Fettnapf tritt.

UNDERDOG-EFFEKT

Wir fiebern lieber mit vermeintlichen Außenseitern und Verlierern, um im Fall einer tatsächlichen Niederlage nicht allzu sehr enttäuscht zu sein.

LUZIFER-EFFEKT

Das Böse steckt in jedem von uns – es braucht nur etwas Macht und die richtige Umgebung, damit es herauskommt.

JO-JO-EFFEKT

Kaum sind die Kilos runter, kommen sie auch schon wieder.

ROSETO-EFFEKT

Weder gesunde Ernährung noch viel Sport oder Geld verlängern das Leben. Was wirklich wirkt, ist Harmonie mit unseren Mitmenschen”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

MICHELANGELO-EFFEKT

Um dem Idealbild von uns näherzukommen, sollten wir uns einen festen Partner suchen. Der verstärkt unsere positiven Eigenschaften.

WESTERMARCK-EFFEKT

Menschen, die von Kindesbeinen an zusammen aufwachsen, entwickeln nur selten erotische Gefühle füreinander. Deswegen scheitern Ehen von früh einander Versprochenen häufiger.

VALINS-EFFEKT

Wer jemanden kennenlernen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen will, sollte einen aufregenden Treffpunkt wählen – und über seine Erregung dabei nachdenken.

ROMEO-UND-JULIA-EFFEKT

Je aussichtsloser die Romanze, desto mehr entfacht sie unsere Leidenschaft – und die Beziehung, die wir nicht haben können, wollen wir umso mehr.

WEIHNACHTS-EFFEKT

Weil Liebende in Fernbeziehungen nur wenig Zeit miteinander verbringen, haben beide überhöhte Erwartungen und ein entsprechend großes Risiko potenzieller Enttäuschungen.

COOLIDGE-EFFEKT

Männer entwickeln größere sexuelle Energie, wenn sie ab und an zu neuen Partnerinnen wechseln. Schuld daran: das Hormon Dopamin”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

ANKER-EFFEKT

Um den Wert einer Sache bemessen zu können, sucht unser Gehirn ständig nach Vergleichswerten. Findet es diese nicht, reicht ihm auch einex beliebige Zahl. Schlaue Verkäufer ankern so unsere Preisvorstellungen.

KONTRASTPRINZIP

Seien Sie auf der Hut, wenn man Ihnen zwei völlig konträre Angebote gegenüberstellt – häufig ist es ein Versuch, Ihre Wahrnehmung zu lenken.

REAKTANZ-EFFEKT

Um uns zum Kauf von Produkten zu bringen, reicht es oft, uns deren Knappheit vor Augen zu führen.

FRAMING-EFFEKT

Konsumenten kaufen lieber Fleisch, das zu 75 Prozent aus Magerfleisch besteht, als solches, das 25 Prozent Fett enthält. Dabei ist das pure Wahrnehmungslenkung.

ZERO-PRICE-EFFEKT

Die meisten Gratisofferten zielen auf einen manipulativen Mitnahme Effekt. Und am Ende kauft man im Schlepptau mehr Produkte, als man wollte.

REZIPROZITÄTS-EFFEKT

Wer beschenkt wurde, fühlt sich hernach seltsam verpflichtet, etwas zurückzugeben. Genau das ist häufig auch der Plan dahinter.

ENDOWMENT-EFFEKT

Fassen Sie beim Einkaufen bloß nichts an! Sobald wir einen Gegenstand gefühlt besitzen, steigt in unseren Augen dessen monetärer Wert.

NAME-LETTER-EFFEKT

Wer nicht weiß, welchen Joghurt, Käse oder Wein er kaufen soll, wählt häufig solche Marken, deren erster Buchstabe sich mit seinem Vornamen deckt.

FRAGE-EFFEKT

Jemanden eine Frage beantworten zu lassen, kann dessen Verhalten massiv beeinflussen.

DECOY-EFFEKT

Wenn wir uns zwischen zwei Alternativen entscheiden müssen, fällt uns die Wahl leichter, sobald eine dritte Option ins Spiel kommt.

WERT-EFFEKT

Je mehr uns etwas gekostet hat, desto mehr schätzen wir es und assoziieren damit eine hohe Qualität – was einige Quacksalber schamlos ausnutzen.

ASSIMILATIONS-EFFEKT

Wir finden Menschen und Produkte begehrenswerter, wenn diese zusammen mit Gegenständen oder Personen präsentiert werden, die ein positives Image besitzen.

VEBLEN-EFFEKT

Obwohl kein Mensch Luxusprodukte braucht, steigt ihre Attraktivität mit dem Preis: Je teurer, desto begehrter sind sie.

DIDEROT-EFFEKT

Haben wir uns einmal für ein Luxusprodukt entschieden, kaufen wir meist noch andere dazu – nicht zuletzt, damit alles zusammenpasst.

MERE-EXPOSURE-EFFEKT

Je häufiger wir einem Produkt begegnen, desto sympathischer wird es uns. Deshalb funktioniert auch Schleichwerbung so gut.

SLEEPER-EFFEKT

Wer sich von Werbung lang genug berieseln lässt, denkt irgendwann nicht mehr darüber nach, dass ihm da jemand etwas verkaufen will, und zieht dessen Aussagen nicht mehr in Zweifel.

HALO-EFFEKT

Wenn einzelne Eigenschaften einer Marke oder einer Person dominant auf uns wirken, erzeugen sie einen überstrahlenden Gesamteindruck – der aber leider völlig falsch sein kann.

WANDFARBEN-EFFEKT

Gelbe Zimmer mögen wir lieber, essen darin aber auch mehr; in blauen bleiben wir länger und entspannen besser. Rote Räume dagegen machen die Besucher geselliger.

DENOMINATIONS-EFFEKT

Wer Geld sparen will, sollte möglichst große Scheine im Portemonnaie tragen; wer etwas gegen seinen Geiz unternehmen will, lieber Münzen”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

FLYNN-EFFEKT

Bis in die späten Neunzigerjahre stiegen Intelligenzquotienten weltweit pro Jahr um 0,3 Punkte.

SIEBEN-PHÄNOMEN

Der Mensch kann allenfalls sieben Informationen – plus/minus zwei – in seinem Kurzzeitgedächtnis memorieren.

VERGESSENS-EFFEKT

Nach 20 Minuten haben wir bereits 40 Prozent des neu Gelernten wieder vergessen, nach einem Tag sind zwei Drittel der Informationen futsch.

RESTORFF-EFFEKT

Wir merken uns Zahlen, Wörter oder Gesichter besser, wenn sie aus der Masse hervorstechen.

PRIMÄR- beziehungsweise REZENZ-EFFEKT

Was wir zuerst und zuletzt gelernt haben, bleibt im Kopf länger haften.

STROOP-EFFEKT

Wenn unser Gehirn zwei dominante Informationen gleichzeitig aufnehmen soll, kommt es gewaltig durcheinander.

HINDSIGHT-BIAS

Menschen neigen dazu, sich retrospektiv zu überschätzen. Dann deuten wir unsere ursprüngliche Aussage so lange um, bis sie zum tatsächlichen Ereignis passt.

BOWERY-EL-EFFEKT

Manchmal hören wir Geräusche von Dingen, die gar nicht mehr da sind. Dahinter steckt ein Automatisierungsprozess, der uns vor Gefahr schützen soll.

STROBOSKOP-EFFEKT

Weil unsere Augen träge sind, entsteht beim Betrachter ab einer bestimmten Frequenz eine Bewegungsillusion.

PLACEBO-EFFEKT

Substanzen, von denen wir glauben, dass sie eine bestimmte Wirkung haben, können diese tatsächlich entfalten.

TEXAS-SCHARFSCHÜTZEN-EFFEKT

Nur allzu oft versuchen wir aus einer zufälligen Häufung von Ereignissen kausale Beziehungen abzuleiten – im Alltag bekannt als Aberglaube.

GESETZ DER SERIE

Auch wenn sich Ereignisse wiederholen und scheinbar ein Zusammenhang besteht, bleibt es in der Regel Zufall – selbst wenn das einige gerne anders interpretieren.

WARNOCKS-DILEMMA

Manche Autoren glauben: Weil keiner auf ihren Text reagiert, interessiert er auch nicht. Falsch! Denn womöglich gibt es dazu nur nichts mehr zu sagen”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

ENTSCHEIDUNGSPARALYSE

Obwohl wir sollten, wollen wir uns manchmal am liebsten gar nicht entscheiden. Auch wenn eine Lösung besser wäre als keine.

CONFIRMATION-BIAS

Haben wir einmal eine Meinung gefasst, nehmen wir nur noch solche Informationen auf, die in unser Weltbild passen. Der Rest wird ausgeblendet.

SEMMELWEIS-EFFEKT

Immer dann, wenn Innovationen etablierten Verhaltensmustern widersprechen, neigen wir dazu, uns dem Fortschritt zu verweigern.

OVERCONFIDENCE-EFFEKT

Viele Menschen gehen davon aus, mehr zu wissen und mehr zu können, als das tatsächlich der Fall ist. Je schwieriger eine Aufgabe, desto größer die Hybris.

KULESHOV-EFFEKT

Wie wir andere Menschen beurteilen, liegt häufig an den Umständen, Bildern und Emotionen, die wir vorher wahrgenommen haben.

SCHIEFE-BAHN-EFFEKT

Wir sind alle nicht gefeit vor unmoralischen Handlungen. Doch wenn wir der Versuchung erliegen, ist das meist ein schleichender Prozess.

MONTY-HALL-DILEMMA

Wer seine erste spontane Wahl korrigiert, steigert seine Gewinnchancen erheblich – allerdings nur in Quizshows.

MINORITÄTS-EFFEKT

Wenn Minderheiten souverän auftreten und als kompetent gelten, können sie die Gemeinschaft enorm beeinflussen.

ABILENE-EFFEKT

Schweigen interpretieren wir häufig als stumme Zustimmung und treffen Entscheidungen, für die es gar keinen Konsens gibt.

BEGRÜNDUNGS-EFFEKT

Egal, wie blöd die Erklärung ist: Wer seine Bitte mit einem »Weil« begründet, bekommt meist, was er will.

WIEDERHOLUNGS-EFFEKT

Je öfter wir eine Sache hören, desto eher schenken wir ihr Glauben – und vergessen, wie glaubwürdig die Quelle eigentlich war.

BLUE-SEVEN-PHÄNOMEN

Alle guten Sachen sind sieben. Denn das ist die weltweit beliebteste Zahl. Die globale Lieblingsfarbe ist dagegen Blau.

CATCH-22-PHÄNOMEN

Manche Probleme sind nicht zu lösen – leider trifft das im Alltag oft die Schwächsten”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

EFFORT-EFFEKT

Zu viele Komplimente und zu viel Lob fördern die Leistungsfähigkeit von Kindern keineswegs – sie verringern sie sogar.

FISCHTEICH-EFFEKT

Begabte Kinder entwickelten in einer Klasse mit leistungsschwächeren Schülern eine höhere Lernmotivation, denn ihre Talente fallen hier mehr auf, werden besser bewertet, was sie noch weiter anspornt.

LERN-EFFEKT

Mehr lernen hilft – aber nur kurz vor dem Examen.

MOZART-EFFEKT

Wer viel Musik von Mozart hört, wird angeblich schlauer. Stimmt nicht, zeigen neueste Untersuchungen. Es schadet aber auch nicht”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

WATERCOOLER-EFFEKT

Wir sollten weniger Meetings abhalten und dafür mehr tratschen. Denn das macht Teams nicht nur solidarischer, sondern auch produktiver.

KORRUMPIERUNGS-EFFEKT

Monetäre Belohnungen wirken geradezu zerstörerisch auf die Motivation – insbesondere bei Tätigkeiten, die wir vormals gern getan haben.

HELFER-SYNDROM

Helfen kann auch krankhaft sein – nämlich dann, wenn das Bedürfnis zu helfen größer wird als der Bedarf an Hilfe. Oft steckt dahinter der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.

MONA-LISA-SYNDROM

Gerade Frauen neigen dazu, auch zum bösesten Spiel noch gute Miene zu machen. Manche lächeln sogar dann noch tapfer, wenn sie schon schamlos ausgenutzt werden.

GRUPPEN-EFFEKT

Teilnehmer eines Meetings verbringen die meiste Zeit damit, anderen Dinge zu erzählen, die schon alle wissen.

RINGELMANN-EFFEKT

Mit zunehmender Zahl der Teammitglieder sinkt die Leistung des Einzelnen – was typisch ist für Trittbrettfahrer.

EXZELLENZ-EFFEKT

Während erstklassige Chefs immer auch erstklassige Mitarbeiter um sich scharen, suchen zweitklassige Chefs allenfalls die Nähe zu drittklassigen Kollegen.

TINA-PRINZIP

Mangelnde Weitsicht und mentale Erstarrung lassen sich am besten durch die Behauptung wettmachen, es gebe keine Alternative.

MATILDA-EFFEKT

Forschungen von Wissenschaftlerinnen werden gerne mal verschwiegen – vor allem von Männern.

SUPERSTAR-EFFEKT

Allein die Anwesenheit eines Überfliegers schüchtert uns ein und verschlechtert unsere Leistung.

N-EFFEKT

Mit zunehmender Konkurrenz strengen wir uns weniger an – vor allem, weil wir uns geringere Chancen ausrechnen.

ZEIGARNIK-EFFEKT

Unerledigte Aufgaben bleiben bis zu 90 Prozent besser im Gedächtnis kleben. Das Phänomen machen sich auch Filmemacher zunutze.

72-STUNDEN-REGEL

Was wir uns vornehmen, sollten wir innerhalb von 72 Stunden beginnen.

PROKRASTINATIONS-EFFEKT

Wer regelmäßig Aufgaben aufschiebt, schafft sich so mehr Druck, wird öfter krank und achtet nicht genügend auf seinen Lebensstil.

BROKEN-WINDOWS-EFFEKT

Sobald in einer Straße ein Haus mit ein paar zerborstenen Fenstern steht, dauert es nicht lange, bis der ganze Wohnblock verfällt.

PARKINSON’SCHES GESETZ

Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht wie viel Zeit man tatsächlich dafür bräuchte.

JETZT-IST-ES-AUCH-EGAL-EFFEKT

Kaum ist die Deadline überschritten, arbeiten alle viel entspannter und oft sogar besser an dem Projekt”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

PROPINQUITY-EFFEKT

Auch wenn wir Freundschaften aufgrund gegenseitiger Sympathien oder Interessen pflegen, entstehen enge Bindungen meist aus Zufall.

BEN-FRANKLIN-EFFEKT

Wenn wir jemandem einen Gefallen tun, sorgt das unterbewusst dafür, dass wir ihn mehr mögen.

CHAMÄLEON-EFFEKT

Wer uns imitiert, den mögen wir – und glauben ihm zuweilen mehr, als wir sollten.

MITLÄUFER-EFFEKT

Allzu oft erliegen wir der Versuchung, es anderen einfach gleichzutun, weil es bequemer ist, auf existierenden Trampelpfaden zu wandern, als Neues zu entdecken.

FALSCHER-KONSENSUS-EFFEKT

Regelmäßig geben wir uns der Illusion hin, dass unser Standpunkt ganz bestimmt auf Zustimmung stoßen wird.

DOMINO-EFFEKT

Viele unserer Eigenschaften und Verhaltensweisen sind ansteckend. Dazu zählen Trinkgewohnheiten ebenso wie Marihuanakonsum oder Fettleibigkeit”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

MARSHMALLOW-EFFEKT

Wer seine Begierden im Zaum halten sowie auf unmittelbare Belohnung verzichten kann, hat im Leben mehr Erfolg.

HAWTHORNE-EFFEKT

Was wir können und was nicht, ist oft nur Ansichtssache.

10 000-STUNDEN-REGEL

Selbst die begabtesten Talente mussten rund zehn Jahre lang üben, um zur Weltspitze zu gehören.

AHA-EFFEKT

Damit aus einem Betriebsunfall eine große Entdeckung wird, braucht es einen zufälligen, externen Impuls.

RAIKOV-EFFEKT

Gute Ideen entstehen dann, wenn man sich in eine Person hineinversetzt, die das kann, was man gerade braucht.

ANDORRA-EFFEKT

Unser Können und Verhalten sind häufig das Resultat von Zuschreibungen.

PYGMALION-EFFEKT

Gutes Gelingen ist zum Großteil eine Folge dessen, was wir uns zutrauen und über uns denken.

SUPERSTAR-THEORIE

Dass die Kluft zwischen den Reichen und dem Rest weiter wächst, liegt unter anderem an den Medien und den damit verbundenen Popularitätsvorteilen.

MATTHÄUS-EFFEKT

Glück und Erfolg stecken an. Einmal da, vermehren sie sich nahezu automatisch und exponentiell.

GEWÖHNUNGS-EFFEKT

Haben wir uns erst einmal an eine Sache gewöhnt, wird sie uns immer weniger wert und wichtig.

GEBURTSREIHENFOLGE-EFFEKT

Erstgeborene erweisen sich angeblich als konservativer und autoritätshöriger, Zweitgeborene als kooperativer und ehrgeiziger.

DUNNING-KRUGER-EFFEKT

Inkompetente Menschen überschätzen regelmäßig ihr Können und unterschätzen die Fähigkeiten anderer.

KOBRA-EFFEKT

Egal, wie gut es mancher mit einer Idee meint: Am Ende kommt es doch viel schlimmer als zuvor.

MURPHY’S LAW

Wenn mehrere Dinge schieflaufen können, dann passiert das in der Regel in jenem Bereich, wo der größte Schaden entsteht.

VORFÜHR-EFFEKT

Tausend Mal probiert, tausend Mal hat’s funktioniert. Doch kaum will man das auch anderen zeigen, geht es schief”

“FÜR SCHNELLE AHA-EFFEKTE:

HOSTILE-MEDIA-PHÄNOMEN

Je stärker wir uns für eine Sache engagieren, desto eher vermuten wir in der Berichterstattung darüber Vorurteile gegen unsere Einstellung.

CSI-EFFEKT

Populäre TV Krimiserien sorgen in den USA dafür, dass Geschworene einer Gerichtsverhandlung unrealistische Erwartungen an die Forensik und deren Möglichkeiten stellen.

WERTHER-EFFEKT

Sobald Medien intensiv über einen spektakulären Selbstmord berichten, löst das weitere Selbstmorde aus.

STREISAND-EFFEKT

Wer versucht, negative Informationen über sich im Internet zu entfernen, erreicht nur, dass diese erst recht verbreitet werden.

CLOONEY-EFFEKT

Siedelt sich erst einmal eine Zelebrität in einer bestimmten Gegend an, dauert es nicht lange, bis alle dahin wollen und die Immobilienpreise irrwitzig steigen.

KLEINE-WELT-PHÄNOMEN 2.0

Dank dem Internet kennt heute jeder jeden über maximal drei Ecken. Theoretisch.

PROTEUS-EFFEKT

Künstliche Alter Egos im Internet, sogenannte Avatare, ermöglichen Nutzern nicht nur in virtuelle Rollen zu schlüpfen – sie prägen auch deren Psyche im realen Leben”

(Ich denke, also spinn ich – warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen)

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